Erhard schrieb:
HARALD,
mein Radmarathon vom Sonntag: Um 7Uhr aufs Rad geschwungen und
nach Volksdorf geradelt, mit den schnellsten Fahrern 150 Km absolviert
um dann auf dem Zahnfleisch wieder nach Buchholz zu radeln. Bin
rechtzeitig vor dem Regen zuhause gewesen.
Anmerkung
zu den Hamburger Massen- RTF- Veranstaltungen: Es ist saugefährlich mit
ca.150 Fahrern auf den ersten 60 KM im Wettkampftempo durch die
Landschaft zu düsen. Ist nur ein Denkanstoß meinerseits. ERHARD
Anmerkung
Webmaster:
zu
1 insgesamt so 250km, gratuliere! Ich hatte auch überlegt mit dem
Rad anzureisen aber ich wollte mir die Option auf das NC-Trikot offen
halten und insgesamt 320km waren mir zu weit und ca. 5 °°Uhr losfahren
auch zu früh.
zu
2
Das Denken kann man denen, die da mitmachen, nicht
abnehmen. Harald

Schwups, da ist mein Hinterrad auf den ersten Kilometern beim rechts
abbiegen auf feuchter Straße einfach weggeglitscht und platsche auf die Fahrbahn, froh, dass niemand über mich
stürzt.
Kaum
das ich mich mit meinem Rad auf den gegenüberliegenden Gehweg retten
konnte, kam auch die Luft wieder. Rippen
waren wohl alle heil. Schlüsselbein auch, aber das rechte Knie blutete
heftig und beide Ellenbogen waren aufgeschlagen.
Einen Autofahrer
musste ich beruhigen, dass er es noch rechtzeitig zur RTF
schafft, da nur die Marathonfahrer schon unterwegs seien. Dann
überließ er mir Taschentücher um das Blut abzuwischen und bot an, mich
mitzunehmen.
Inzwischen
hatte ich mich aber wieder aufgerappelt, keine größeren Schäden am
Rad festgestellt und beschloss weiterzufahren. Erstens wollte ich nicht
umsonst so früh aufgestanden sein und außerdem habe ich in
15 Jahren aktiven Radelns noch nie eine RTF, einen Marathon oder Brevet
abgebrochen. Dabei soll es auch möglichst lange bleiben. Nach 15
min. zuckelte ich den anderen hinterher.
An der ersten Kontrolle schloss ich mich einer sehr netten Gruppe
aus von der RSG Trave an, die wohl mehr an Konversation als an Zeiten interessiert
waren. Mein Nachbar (Bild) erstellt die
Seite der RSG Trave.
Mit
offensichtlichen Verletzungen genießt man überall den Vorteil, nach
kurzem Bedauern noch ein oder zwei Krankengeschichten mit auf den Weg zu
bekommen.

So
wie die von Harald,
heute wieder einmal Helfer, dem
ich seit 15 Jahren immer wieder bei Supercups oder Veranstaltungen der
RG Hamburg über den Weg laufe. Er
hatte sich bei einem Sturz das Schlüsselbein gebrochen
und war damit, ohne es zu wissen, zum Trainingslager nach
Mallorka geflogen. Wer wird da über kleine Abschürfungen jammern?
Harald berichtete mir auch von unserm Güther, der mit der ersten Gruppe
durchgezischt ist.
Bei
mir machte sich allerdings mit fortschreitender Distanz eine Prellung auf dem
Oberschenkel bemerkbar. Er
schmerze bei jedem
Wiegetritt. Außerdem
stellte sich heraus, dass der linke Schaltgriff etwas abbekommen hatte
und ich nur durch einen zusätzlichen Griff an den Schaltzug
die Kette auf das große Kettenblatt bugsieren konnte. Der
Schnitt stabilisierte sich dadurch, dass ich meist allein oder mit
gemütlichen Gruppen fuhr auf 27km/h. Gegen
Mittag stiegen die Temperaturen schlagartig mit dem Eintreffen eines
Schwalls tropischer Luft auf 36°C. (Temperaturangabe von einem
Mitradler !?) Die Beine fühlten
sich bei diesen
Temperaturen an wie Blei.
Bei
Kilometer 131 gab es in Kühsen einen frischen Salat zu einer leckeren
Lasagne, von der ich mir gleich eine zweite Portion holte bevor ich
mitbekam, dass die Warmverpflegung nur Voranmeldern vorbehalten war.
Von
Kühsen aus rollt man auf einer 38-Kilometer-Schleife wieder nach Kühsen
zurück. Mit vollem Bauch
und tropischen Temperaturen eine Tortur. Es wurde zunehmend welliger.
Die Hügel summierten sich auf ca. 1500m. Ein Paar, das auf dem Rückweg
von der „Vätternrundan“ noch schnell die 6 Punkte in Hamburg
mitnehmen wollten, brachen völlig ein und konnten ihr Tempo nicht mehr
aufeinander abstimmen. Das führte zu einer heftigen Partnerkrise.
(Radfahren verbindt)

Beim
2. Stopp in Kühsen war das Buffet von den RTF-lern? völlig abgeräumt.
(Foto). Was wohl Helmut dazu schreiben würde? Bei über 1000
Teilnehmern ist das nicht weiter verwunderlich. Die
aufmerksamen Damen boten aber trotz sichtlicher Erschöpfung an, noch schnell ein Brot zu
belegen aber mein Bauch war noch von den Nudeln gut gefüllt.
Auf
dem Weg zur letzten Kontrolle bildeten sich genau in Fahrtrichtung
riesige, schwarze Gewitterwolken und man konnte beobachten, wie
heftige Schauer als schwarze Streifen aus ihnen niederstürzten. Ununterbrochen
blitzte und donnerte es bei heftigem Gegenwind bedrohlich. Bis zur
Kontrolle bei Kilometer 200 blieb es noch trocken und der Wind aus den
Gewittern kühlte bereits ein wenig. Dann
kam es richtig heftig. Ich
zog mir eine Mütze unter den Helm um Brille und Augen vor dem Regen zu
schützen, verzichtete aber auf meine Regenjacke.
In wenigen Sekunden war ich völlig durchnässt. Herrlich,
ein
Genuss, nur vergleichbar mit einem erfrischenden Sprung in die Brandung der
Nordsee. Die Temperatur stürzte
auf 20°C. Das mobilisierte zum Schluss
noch einmal unerwartete Kräfte.
Am
Ziel genehmigte ich mir noch ein Würstchen.
Mein
Navi führte mich auf der Rückfahrt
mitten durch Hamburg. Da gab es auf
den Autobahnen sicher einige Staus.
Mit
einem Schnitt von nur 26km/h war die Tour gemächlich aber trotzdem anstrengend.
Am
Montag hatte ich morgens noch einen
Ruhepuls von 68, normalerweise ein Grund im Bett zu bleiben, aber
ich musste noch nach Essen, um mir dort meinen Red Dot abzuholen.
Verausgabt
man sich auf 200 Km, dauert das Regenerieren mehrere Tage.
Erst heute, 5 Tage nach der Anstrengung, hat sich mein Ruhepuls
bei 54 wieder normalisiert. Die Zeit, die der Körper nach
Anstrengungen braucht um alles wieder herzustellen, wird meist
unterschätzt.