Trainingslager Vaison, Südfrankreich, mein persönliches Tagebuch 2012

Ankunft, Faucon  1Std., 25 km

Samstag nachmittags kamen wir in Vaison an. Zwei Tage angenehmer Autofahrt und eine Übernachtung im Glottertal bei Freiburg lagen hinter uns. Die Formalitäten an der Rezeption waren kurz und schmerzvoll. Claus hinterlegte für uns 200,-€ als Pfand für das Mobilhome, besser als seine Kreditkarte abzugeben.

Claus freute sich auf eine erste,  kleine Tour und ich willigte gegen meine Überzeugung ein den Führer zu spielen. Der Ankunftstag sowie der Erste gehören nach meiner Überzeugung der Akklimatisierung, die der Körper mehr braucht als man es fühlt. Aber ich habe noch in keinem Trainingslager erlebt, dass damit vorbildlich umgegangen wird.

Als kleine Runde fiel mir nur Faucon ein, kräftig bergauf, aber man kann ja auch langsam fahren. Auch Frank und Heike waren inzwischen angekommen und Frank war versucht mitzukommen aber ein Blick von Heike ließ ihn abwinken.

Gegen alle Vorsätze gingen wir die Steigung zügig an und oben schnauften wir um die Wette. Bei der kleinen Runde durch den malerischen Ort und die Rückfahrt hielt ich mich weise zurück, während Claus jetzt erst richtig loslegte.  Jedem das Seine. 

Abends um 20:00 trafen wir uns auf dem Marktplatz, der jetzt als Kinderspielplatz fantasievoll umgestaltet war. Nach der Begrüßung und allgemeinen Informationen wurde besprochen, welche Gruppen was fahren würden und Norbert erklärte unter sternenklarem Himmel dem aufmerksamen Publikum als erfahrener Segler die besondere Konstellation von Mond, Venus und Jupiter und die Beziehung zum Kosmos. 

 

 

1. Tag, Einrollen mit der U15, 60 km, flach.

Morgens um 10 ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls ist das Wetter vielversprechend und vor der Rezeption versammelt sich erwartungsvoll die radelnde Gemeinde in buntem Chaos. Wer fährt mit wem? Ich beschloss, mich an die U15 dranzuhängen.

Kurz und flach, der übliche Spruch, wenn man es rocken lassen will. Bei der U15 wurde das am ersten Tag vernünftigerweise wörtlich genommen. Trotzdem, die anfängliche Spannung in der Gruppe ließ kaum ein verhaltenes Tempo zu. Das gab sich aber nach einigen Kilometern. Ich hielt mich bevorzugt am Ende der Gruppe auf und konnte helfen, Nachzügler unauffällig wieder heranzuführen oder zu schieben. Das hat für mich den Vorteil, dass ich der Landschaft mehr Aufmerksamkeit schenken konnte und nicht so auffällt, wie lahm ich an Steigungen bin. 

 

 

2. Tag, u15, flach, 75km, 465 hm, 2:43

Der erste Tag hatte mir gut gefallen, warum sich nicht wieder den U15 unter der Führung von Matze und Remy anschließen? Auch Frank kam heute mit. Es sollte wieder flach werden, doch die steilen Ortsdurchfahrten der oft auf einer Anhöhe gelegenen Dörfer führen zu einem nervösen Zucken in den Beinen und so wurde gleich der erste Hügel zu einem Bergsprint genutzt, natürlich auch von den mitfahrenden Erwachsenen. Nur Matze nahm sich Zeit und wusch oben den Sprintern den Kopf. Im weiteren Verlauf wurde diszipliniert und zügig in Zweierreihe gefahren, so dass trotz einiger Verzögerungen und einem Platten der Schnitt erstaunlich hoch lag. Die letzten Km von Gigondas zurück wurden wieder etwas welliger und es zeigte sich, dass einige der eifrigen Sprinter der ersten Steigung sich ihre Kraft besser eingeteilt hätten. 

Abends luden wir unsere Nachbarn Frank und Heike zum Grillen auf der Terrasse ein und es wurde richtig gemütlich. Nach dem Essen holte ich meine Gitarre, spielte und sang, Frank jazzte und Heike begeisterte mit Beatles –Songs und ihrer schönen Stimme. Sie wünschte sich Norwegian Wood, wegen des ansprechenden Textes. Darin zündet der Besucher nach heißer Nacht mit der Gastgeberin die Einrichtung an. Da verstehe einer die Frauen.

Es wurde spät und kühl.  

 

 

3. Tag, 30km, 200hm,

 3. Trainingstag, für mich als eher ein regenerativer Tag mit etwas radeln und Zeichnen, geplant.

Remy hat laut Plan 4 Tage- Blöcke mit ansteigender Belastung vorgesehen. Mir ist das zu intensiv und deshalb bummele ich jeweils am 3. Tag um am jeweils 4. Herausforderungen zu suchen. Also bummel ich los: Mit halber Kraft über den lästig- geliebten Pass Richtung St. Leger, Fontaube, Brantes.... und dann erwischte es mich. Beim Runterschalten blockierte plötzlich alles, auch das Hinterrad, dazu krachte es ordentlich am Hinterrad. Ein Blick genügte: der untere Teil des Umwerfers war verschwunden, der Rest verbogen, die Kette gerissen und unlösbar hinter dem Ritzel verkeilt.

Zuerst suchte ich das fehlende Teil, das gebrochen war. Dann das Hinterrad ausgebaut und versucht die Kette zu entfernen. Unmöglich, ohne das Ritzel zu lösen. Mein Plan, das Rad bergauf zu schieben und bergab zu rollen scheiterte, die Kette hatte sich zu wüst verhakt.

Zwei Holländer tauchten auf, freuten sich, die gleichen Räder zu fahren wie ich, versuchten zu  helfen, schüttelten den Kopf und fuhren weiter. Viel Glück!

Ich versteckte das Rad hinter einer Mauer und streckte den Daumen raus. Sofort hielt ein Franzose in einem kleinen Peugeot. Nachdem er den Vordersitz aufgeräumt hatte durfte ich einsteigen. Er war stolz ein guter Kurvenfahrer zu sein und bewies es mir gleich in den Serpentinen. In St. Leger war aber schon sein Ziel. An dem Brunnen wusch ich die Hände und hielt wieder den nun sauberen Daumen raus. Sofort hielt ein Opel Zarifa. Wo wollten die mich denn unterbringen?

Um mich einsteigen zu lassen, musste erst umgeräumt werden und ein besonders dünner Passagier teilte sich seinen ohnehin engen Platz mit mir. Um das zu schaffen, mussten wir die Arme umeinander legen. Nach einigen Versuchen mit Französisch und Englisch fanden wir heraus, dass Deutsch gesprochen wurde. Drei Polen, Bergsteiger auf dem Weg nach Spanien, freuten sich, auch mal einen Deutschen mitnehmen zu dürfen, denn bisher fuhren sie meist bei Deutschen im Auto mit. Sie hielten bei einem Schrottauto gleich hinter dem Pass. Fototermin.  Alle hatten gewaltige Kameras, einer gleich zwei. In wechselnder Besetzung wurde das arme Auto erklommen und vergeblich nach der Marke geforscht und gerätselt. Das dauerte eine halbe Stunde. Ein interessantes Motiv.

Wir quetschten uns zurück ins Auto und kamen bis Mollans, wo ich mich wieder entknotete. Hatte ich es eilig? Die Stadt war, wie viele andere der Gegend auch, wunderschön verwinkelt. Eindrucksvolle Burg, teils verlassen teils romantisch. Ich lud die Jungs zu einem Kaffee an der Brücke ein. Sie waren für mich eine besonders positive Erfahrung dieser sonnigen Tage. Danke.

Anschließend holte ich das Rad mit meinem Auto ab. Zuerst hatte ich etwas Sorge, das Versteck nicht wiederzufinden, denn ich bin so schnell mitgenommen worden, dass ich vergaß, mir die Stelle einzuprägen, aber der Platz war unverwechselbar.

Im Radladen neben Aldi stellte sich die Reparatur als erwartet teuer heraus. Das abgerissene Teil, das ich mitgebracht hatte, flog gleich in die Tonne, aus der ich es sogleich wieder hervor wühlte. Rädchen und Schräubchen kann ich doch noch gut gebrauchen! Das Auswuchten für 11,-€ bat ich zu streichen, das kann ich selbst.

Claus war heute nicht gefahren. Nach 2 intensiven Tagen mit der U23 hatte er Probleme mit der Schulter.

 

 

4. Tag, Mittwoch, 110 km, 5:25, 1369hm

Beim Abholen am nächsten Tag waren die 11,-€ doch mit auf der Rechnung. Eine schlängelnde Handbewegung reichte als Begründung. Egal, Hauptsache schnell wieder mobil.

Schließlich wollte ich mich heute etwas belasten, auch wenn ich erst gegen 13:00 loskam. Das Tal über Leger bis nach Montbrun war ausreichend bekannt, so folgte ich dem Weg über Schloss und Pass Aulan. Es war herrlich warm und anstrengend und ich musste mit dem Wasser haushalten. Dann flitzte ich die Straße Richtung Buis- les- Baronnies hinunter, bog aber vorher noch zum Col d‘Ey  ab, sonst wäre es zu mager gewesen. Unten in Curnier, bereits am Fluß Eygues, fand ich endlich einen schönen Brunnen mit leckerem Wasser. Ich folgte zuerst den Nebenwegen, wechselte aber bald aus Zeitgründen auf die Hauptstraße, es war etwas spät geworden und ich hatte mich mit Claus zum Essen verabredet.

 

5. Tag, eigentlich Ruhetag

  

Heute soll es gemütlich im Uhrzeigersinn um die Dentelles herumgehen. Alles wunderbar regenerativ und genüsslich wie ich es liebe. Nach der kleinen Anfahrt über Marcelin, fand ich die Muße zu einer Skizze von der Burg in Entrechaux. Ein guter Anfang.  Dann die Abfahrt Richtung Malaucene um auf die kleine Nebenstrecke um die Stadt herum zu kommen. Eine Querstraße war links zurück nach Malaucene ausgeschildert, logisch, dass ich rechts weiterfuhr. Die Straße kam mir für eine Hauptverbindung etwas schmal vor und wurde nach kurzer Zeit ziemlich steil. Ich begriff, dass ich mich auf dem Weg steil aufwärts nach Susette befand. Mit neuer Erkenntnis beschloss ich den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Ich bereute es nicht, denn die Berglandschaft bietet umwerfende Ausblicke. Eine Skizze in Susette und dann die Abfahrt. Es kamen einige Radfahrer entgegen. Susette scheint eine Art Mekka zu sein. Hinter Beaumes, bereits wieder in der Ebene, entdeckte ich rechts am Hang  die interessante, ursprünglich romanische Kapelle Notre-Dame d’ Aubune. Doch verschlossen war das Tor, so dass ich die schöne Lage über der Ebene bewunderte und weiterfuhr. Inzwischen gegen heftigsten Gegenwind. Geschätzte 4-6 Windstärken verhinderten lockeres rollen. Ich hatte zurück über Sablet und Seguret richtig zu kämpfen! Vaison in Sichtweite verwandelte sich der Gegen- in Rückenwind. Abends stellte sich heraus, dass andere, namentlich Norberts „Grande Caffee“, die sich aus Respekt vor den Steigungen in die Ebene geflüchtet hatten, dort auch ihre Probleme bekamen.

Frank hatte mit Thomas den Plan umgesetzt, den Mont Ventoux zu bezwingen. Nicht so klug war die Idee, über die gesperrte Nordseite abzufahren. Nach abenteuerlicherer Schlitterei über gefrorene Abschnitte, stürzte Frank auf brüchigem Eis und zog sich Prellungen zu.

 

6. Tag, Freitag, Bergtor mit U15, 84km, 1299hm,

Heute durfte es wieder etwas intensiver zur Sache gehen. Ich schloss mich also der U15 mit Matze  und Remy als Trainern an. Sie hatten sich eine interessante Runde mit einigen Steigungen ausgesucht. Etwas Bergtraining sollte nicht schaden. Es waren wieder einige Erwachsene dabei. An mittleren Steigungen habe ich kaum Probleme aber an den Auffahrten über 10% ließ ich die Fliegengewichte ziehen, war aber nie Letzter. Wir rollten uns Richtung Mirabel ein. Auf der belebten Straße für meinen Geschmack etwas zu schnell, so dass es bereits auf den ersten Kilometern Probleme gab und vorne gewartet werden musste. Direkt hinter Mirabel wechselten wir rechts in die Passstraße nach Chateauneuf  hinauf ab, die nach kurzem Anlauf einige sehr steile Serpentinen bot. Oben, am Col de la Croix Rouge wurde gewartet und ein Platten bei Piet behoben, was Zeit für Fotos ließ. Die Abfahrt verlief diszipliniert. Eine gute Reglung, dass nicht überholt werden darf, um riskante Wettkämpfe zu vermeiden. Nach einem flacheren Stück unten am Eygues flussaufwärts, bogen wir rechts wieder in einen harten Anstieg ab, was mich verwunderte, denn es war nicht die Straße zum Col d’Ey. Kannte Remy eine neue, tolle Strecke? Nach einigen steilen Rampen, knapp unter dem Dorf Montaulieu, wartete die Gruppe. Remy erkannte, in eine Sackgasse geraten zu sein.  

Ich schlug vor, im nächsten Ort Curnier an dem schönen Brunnen mit dem leckeren Wasser zu halten und die Trinkflaschen nachzfüllen. Kerstin wollte dann auch gleich zum Bäcker, der aber erst Ste- Jalle war. So sauste Sie als Anführerin selbstbewusst an dem Brunnen vorbei.

In Ste- Jalle schloss der Bäcker genau vor unserer Nase. Als unsere Horde sich anschickte den Umsatz zu verdoppeln, wurden die Vorhänge zugezogen. Dafür gab Wasser in Flaschen zu kaufen. Wir warteten auf Remy, der unterwegs Piet geholfen hatte den zweiten Platten zu beheben. Die Nachzügler suchten uns aber inzwischen verabredungsgemäß in Curnier am Brunnen.

Der Anstieg zum Col d’Ey verlangte einigen alles ab. An einer Gabelung wartete ich auf den letzten Nachzügler um sicher zu gehen, dass er sich nicht verfuhr. Für die Abfahrt ließ ich der Gruppe einen Vorsprung, um sie richtig zu genießen. Hinter Buis- les- Baronies teilten wir uns. Wer sich stark fühlte, durfte noch Extra Höhenmeter sammeln. Ich bat, keine Rücksicht auf mich zu nehmen. Nach einem ersten harmlosen Pass gab es noch einen zweiten, steil an einem alten Hotel vorbei, das zu einer Thermalquelle gehört. Die Abfahrt über Faucon schloss die rundum schöne Tour ab. 

 

 

7. Tag

Für heute hatte ich mir wieder einen regenerativen Tag vorgenommen. Segoret ansehen,  etwas zeichnen und dann die Runde möglichst flach um die Dentelles locker und Anstrengungsfrei über Beaumes, Malaucene, Entrechaux fortsetzen. Das mit Segoret und dem Zeichnen funktionierte auch gut, aber als ich das an den Felsen geklebte Dorf verließ, entdeckte ich in der Ferne ein vermeintliches hildesheimer Trikot. Mal sehen wer das ist? Schneller als geplant machte ich mich an die Verfolgung. Der andere hatte mich aber bemerkt und schlug ein höheres Tempo an. Besonders die scharfen Kurven der Abfahrt nahm er atemberaubend. Im näherkommen wunderte ich mich über die unbekannte Frisur, dicke, schwarze Locken, die sich ohne Helm entfalteten. Kerstin konnte es nicht sein.

Es war dann doch ein unbekannter Einheimischer und wir konnten uns auf Englisch verständigen. Er entpuppte sich als Schokoladenhersteller aus Crestet, ganz in der Nähe unseres Standortes. Er fuhr ein in Köln für ihn maßgeschneidertes Ciclo-Cross- Rad von Rolf Wolfsohl, mehrfacher Weltmeister und Deutscher Meister.

Auf seine Frage, wohin ich wollte, fiel mir nur Susette ein. Als er andeutete, lieber die flache Variante um die Berge herum zu nehmen, schlug ich vor, ihn zu begleiten. Angeregt über Schokolade, deren Veredlung zu Nougat mit hervorragenden Kräutern der Provence und die Beschaffung des Kakaos über Lübeck und Peru plaudernd, hatten wir die Abzweigung nach Susette passiert. Trotzdem wurde die Straße immer steiler. Links türmten sich riesige Felswände auf, Ziel zahlreicher Bergsteiger, auch polnischer. Die Landschaft schien mir unbekannt aber aufregend. Plötzlich waren wir zu meiner Überraschung doch in Susette. Sehr nett, aber nicht nach Plan.  Einer kurzen Abfahrt folgte ein zweiter Anstieg mit Abschnitten von 13%. Die endgültige Talfahrt fegte mein Bergleiter wieder mit unglaublicher Schnelligkeit runter. Nach wenigen Kurven war er verschwunden. Im Tal wartete er auf mich, zeigte noch einige Nebenwege und die Ölproduktion einer Deutschen, die bestes Olivenöl herstellen soll. 

Platten! Rad ausgebaut, aber bevor ich noch meine Reifenheber hervorkramen konnte, hatte er schon den Reifen mit den bloßen Händen von der Felge gerupft. Das Aufziehen des Mantels ging genauso ohne Werkzeug. Dann verriet er mir, dass er seit früher Jugend Cross fährt. Ach so.   

 

9. Tag, Sonntag, 1. April, Ardeche

Natürlich musste ich auch mal die Ardeche sehen, eine Schlucht, Canyon, den der gleichnamige Fluss in das Gebirge gefräst hat, mit einem gewaltigen Felsbogen, Höhepunkt landschaftlicher Schönheit, ausgezeichnet mit drei Sternen, Paradies für Radler, Wanderer und Paddler. Unzählige Fotos hatten  meine Neugierde geweckt. Die Anfahrt bis St. Martin würde mit dem Auto erfolgen, anders als die U23, die mit Leonard hin und zurück gefegt sind und bei der hügeligen Umrundung vermutlich nichts als Ritzel, Hinterräder und eine Radfahrer- typische Ansicht des Vordermannes studiert haben.

Fahrgemeinschaften wurden schnell ausgemacht. Zuerst wollten Heike und ich bei Remy mitfahren, dann konnte ganz auf Remys Auto verzichtet werden. Heike und ich genossen eine höchst angenehme Fahrt mit Bernds großem Toyota.  

In St. Martin war aufgrund eines Marktes die Situation unübersichtlich. Erst brauchten alle Parkplätze, dann mussten wir uns wiederfinden.

Ich regte an, wegen des am Montag beginnenden Streiks der Bäcker, sich noch schnell mit Brot für die Woche einzudecken. Schließlich war ja 1. April. 

Norbert konfrontierte das Publikum mit dem Rätsel, warum der Fluss sich ausgerechnet über den Berg quälen musste um sich mühsam über 100m tief in den Felsen zu fräsen, wo es zweifellos bequemer gewesen wäre, um das Hindernis herum zu fließen. Ich bin sicher Norbert, du wusstest es am 1. April bereits.   

Wir schafften es, uns am Ortsausgang zu sammeln und unter heiserem Kommando des Anführers flitzte zuerst die U15 davon. Wir folgten unter Toms erfahrener Führung, wobei Führung besonders an den zum Teil giftigen Steigungen nicht wörtlich zu nehmen war. Dass sich die Gruppe sehr uneinheitlich zusammensetzte störte nicht, denn an jeder Serpentine fanden sich Aussichtpunkte mit steigender Attraktivität, so dass alle Zeit genug hatten, wieder heranzufahren. Am Ende der Schlucht staunten wir nach einer rasanten Abfahrt mit Tunnel über den Grandiosen Ausblick auf das Felsentor Pont d’Arc, das den Fluss kühn überspannt.  Wir sammelten uns danach zu einen Grande- Caffee.

 

 

 

 

 

 

 

 

DieRückfahrt war weit weniger beschwerlich, doch bei einigen machten sich bereits Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Die finale Überquerung des Flusses über die historische, einspurige Hängebrücke war ein letzter Höhepunkt.   

 

 

 

10. Tag, Montag, Mont Ventoux,  Bergfest

Auf den Spuren von Francesco Petrarca

„Der Mont Ventoux als Landmarke und Wahrzeichen der Provence, ist 1912 m hoch, aus heutiger Sicht nicht unbedingt das, was man einen hohen Berg nennen kann und aus bergsteigerischer Betrachtungsweise harmlos. Von seinem kahlen Gipfel hat man einen weiten Blick in die umliegende Landschaft, es soll eine der weitesten Aussichten in ganz Europa sein. In der Ferne, aber gut zu erkennen, sind die historischen Städte Avignon und Orange im Rhone-Tal. Der Name 'Ventoux' geht wahrscheinlich in das erste oder zweite Jahrhundert zurück und kommt ursprünglich von Vintur, dem Namen eines Berggottes; in keltischer Sprache bedeutet Ven-Top einen schneebedeckten Gipfel.“

Am 26. April des Jahres 1336 erreichte Francesco Petrarca, "lediglich aus

 

Verlangen", zusammen mit seinem Bruder und zwei weiteren Begleitern den Gipfel des Mont Ventoux, den Windberg. Man bezeichnet ihn als den "Vater der Bergsteiger" und den 26.April 1336 als den "Geburtstag des Alpinismus".

Petrarca war ein bedeutender Dichter, wichtiger Wegbereiter des Humanismus und der Renaissance. Sein Abenteuer, einen Berg zu besteigen, wäre heute kaum erwähnenswert. Im Mittelalter bedeutete es etwas ungeheuerliches, einen Tabubruch, so eine Unternehmung nur zum eigenen Vergnügen oder zur Selbsterkenntnis zu starten. Aus heutiger Sicht war es ein bedeutendes Kulturhistorisches Ereignis. Mehr unter:   http://emmet.de/por_petr.htm

Jährlich pilgern tausende von Menschen auf den Berg - nicht es dem großen Dichter gleichzutun oder um einer Wallfahrt willen. Nein - der Grund ist wesentlich profaner: der Berg ist zur Weihestätte des Radsports geworden, denn im Rahmen der Tour de France wird er regelmäßig zum Heiligen Berg, zum "Olymp" des Radsports.

Und unsere Motive den Gipfel zu stürmen? Training, Selbstbestätigung, Eitelkeit, Neugier? Im Grunde folgen wir alle dem Weg, den Petrarca zuerst gewiesen hat.

Am Vorabend plante ich noch zusammen mit Frank auf dem Rad Sault und damit das Basislager zum Gipfelsturm ansteuern. Aber Frank quängelte, wollte wie die anderen mit dem Auto nach Sault. Die fehlende Zeit und die Vorbereitungen für das Bergfest gaben den Ausschlag. Wir fuhren also auch mit dem Auto nach Sault. Wir kamen etwas später und fast alle waren schon mit dem Rad unterwegs als wir aufbrachen. Wer als letzter losfährt hat die Möglichkeit zum Überholen und von der machten wir ausgiebig Gebrauch.

Nachdem Frank gleich an mir vorbeigedüst war, ergab sich für mich bei beständigem Tempo eine unerwartete Beobachtung. Normalerweise erwartete ich, dass eher Männer in mir den (Sport)- Rivalen sehen und sich dranhängen oder kontern. Diesmal waren es eher die Frauen, die sich nicht so gerne überholen lassen wollten.

Nach der ersten Etappe trieb mich Frank gleich weiter zum Gipfel weiter. Weil es hier steiler wurde, war Frank gleich wieder verschwunden. Der Gipfel ließ kaum Möglichkeit, die Leistung zu genießen. Wolken, Nebelschwaden, Feuchtigkeit, Wind, Kälte...Bloß schnell wieder runter!  Unten im Auto wärmte ich mich auf, während Frank oben in Sault seinen Caffee schlürfte. Irgendwann bequemte er sich herab und wir konnten zurück fahren.

Bergfest. Dafür mussten wir noch das Grillfleisch einkaufen und unseren Salat schnippeln. Als wir dann auf dem Festplatz zwischen den etwas größeren, älteren Chalets eintrafen, ähnelte das Ganze einer fröhlichen Reise nach Jerusalem. Zu wenig Tische, zu wenig Stühle. Dazu war nicht ersichtlich, welche Plätze noch frei waren, weil ein Teil der Gäste die Grillgeräte belagerten. Der Mangel wurde alsbald behoben, Tische und Stühle herbeigeschleppt. Probieren am abwechslungsreichen Salat- Buffet, grillen, schwatzen. Als alle satt waren, lag noch ausreichend Fleisch auf dem Grill.

Norberts Laudatio auf die 10 schönen Jahre Trainingslager Vaison schlossen sich weitere Redner an. Remy, charmant –bescheidener Vater der erfolgreichen Serie, wurde gebührend gefeiert. Es wurde dunkel und kühl. Einige blieben trotzdem noch die halbe Nacht.   

 

11. Tag, Pausentag

Pausentag? wozu? Weil ich glaubte mich nicht von harten Trainingseinheiten erholen zu müssen, raffte ich mich zu einem Abstecher nach Orange auf. Das Wetter war milde-Sonnig, die Temperaturen eher kühl. In der Ebene, die völlig flach bis zur Rhone reicht, wurde es etwas wärmer. Für die Hinfahrt hatte ich mir eine Nebenstrecke ausgesucht. Der Straßenbelag war eher schlecht und mit der Rückkehr auf die Hauptstraße vor Orange wurde der Verkehr sehr dicht. Nach eher intuitivem Suchen stieß ich auf ein riesiges Gebäude in der Nähe eines Busbahnhofes. In Orange toste der Verkehr ziemlich hektisch, schwemmte mich förmlich fort. Schwierig, sich in dem Gewirr vom Rad aus zurechtzufinden. Erst bei genauerem Hinsehen fiel mir auf, dass es sich bei der gigantischen Mauer nicht um ein Kaufhaus handeln konnte. Bereits die Außenansichten beeindrucken durch die Ausmaße. Geschickt verhindern Absperrungen und Sichtblenden den Einblick in den Innenraum des Theaters, das tief in die Flanke eines Berges eingegraben war. Ich mochte mein Rad nirgendwo abstellen und verzichtete deshalb auf eine eingehende Besichtigung. Auf einer weiteren Stadtrundfahrt forschte ich vergeblich nach dem ebenfalls römischen Triumphbogen und übersah dabei die Hinweisschilder.  Erst bei der Sichtung meiner Fotos am Abend fiel mir ein Richtungspfeil „Arce de Triumphe“ auf einer Aufnahme des Theaters auf. Na ja, nächstes mal…….

Auf der Rückfahrt verpasste ich den Abzweig zur Nebenstrecke und stellte fest, dass die Hauptroute nicht nur besser ausgebaut, sondern auch weniger Verkehrsreich war. Der nette Ausflug bescherte mir die Erkenntnis, dass die römischen Monumente unbedingt besichtigt werden sollten.  72 km, nicht besonders schnell.

Frank und Heike waren derweil mit Bernd in Nimes und an der Pond du Gard gewesen, wo Frank alte Bekannte treffen wollte, die ein hübsches altes Haus Besitzten. Ach, das wäre auch etwas für mich gewesen!

 

 

 

12. Tag, Mittwoch, 4.4.12,

Mit Claus plante ich heute eine kleine Runde, wieder um die Dentelles und einem Hüpfer über Susette, einem Abstecher nach La Roque und möglicherweise mit einer Abfahrt über Crestet (die es nur als Wanderweg gibt). Er wollte versuchen, seine immer noch angeschlagene Schulter zu belasten. Bei angenehmen Wetter rollten wir über Sablet in die Ebene, flach aber verkehrsreich. Ich Schlug eine ruhigere Nebenstrecke vor während Claus wegen des einsetzenden Regens schnell zurück wollte ohne Susette auszulassen. Wir trennten uns, was mir die Ruhe gab, La Roque zu erkunden. Der Regen verzog sich vorläufig, das zeitweiliges Nieseln nahm ich kaum war.  Auf dem Weg von Beaumes nach Susette biegt man in Lafare rechts nach La Roque ab. Die Auffahrt ist zunächst eher einfach, steigt dann aber zunehmend in Serpentinen an. Lange verbirgt sich La Roque während des Anstiegs hinter einem wuchtigen, freistehenden Felsen. Erst wenn man in einem großen Bogen diese Klippe umfährt, öffnet sich überraschend, sozusagen hinterrücks die Aussicht auf das an den Fels geschmiegte Dorf. Es ist immer wieder überraschend, wie abenteuerlich sich einige Orte an Felsen krallen. Auch La Roque lohnt eine Besichtigung und die Aussichten, die sich dem Radler eröffnen, entschädigen für die Mühen. Zu meiner Überraschung schien es auch eine direkte Abfahrt von La Roque zu geben. Dort unten sah es aber nass und dunkel aus, so dass ich lieber noch einmal über Susette abfuhr. Die Aussichten auf die bizarren Felsformationen der Dentelles, entstanden durch eine fast senkrecht verlaufende Kalksteinstruktur, waren trotz des verhangenen Wetters überwältigend. Erst ganz unten im Tal erwischte mich ein heftiger Wolkenbruch. Ich atmete wie ein Schwimmer, die Wellen der überholenden Autos schwappten bis zum Knie. Kein Gedanke an romantische Nebenstrecken.

Alle waren sich abends einig: Der regen war ein Segen für die ausgedörrte Landschaft.

55km, 800hm    

 

13. Tag, Donnerstag, 

5. 4. 12,  Vorletzter Tag,

 

Am Vorabend bin ich die geplante Strecke noch einmal mit dem Radroutenplaner abgefahren. Das Ergebnis: ca. 100 km und 1200 Höhenmeter.

Die Mitfahrer, mit der Wahrheit konfrontiert, reagierten etwas schockiert, aber nicht entmutigt.

So versammelten sich am Startplatz neben Bergspargel Björn und Frank und Nachwuchstalent Sophie aus Ülzen, vier gewichtige Herren: Bernd, Ludger, Tom und ich. Uns gruselte leicht vor dem profilierten Terrain. Besonders verwegen erschien mir Tom, für den besonders die Höhenmeter bei Steigungen über 8% eine Herausforderung bedeuten würden. So wehrte er sich auch gleich gegen meinen Vorschlag, die hügelige aber wunderschöne Nebenstrecke nach Mollans zu wählen. Erst unser Versprechen, gaaanz langsam einzurollen, ließ ihn knurrend einlenken.

Aber die Strecke über die alte Ouvese- Brücke und die Fortsetzung mitten durch das romantische Mollans, wieder mit Ouvese-Querung, versöhnten ihn. Einige Kilometer weiter kannte Tom dann einen flachen Schlenker um die gemeine Steigung der Hauptstraße zu umgehen. Bald bogen wir rechts zum Col Fantaube ab, wieder über die Ouvese, diesmal über eine Stahlbrücke. Im Gegensatz zu uns schweren Jungs mussten die Bergspargel die  letzten steilen Serpentinen zum Pass hinauf ein Bergzeitfahren austragen. Zu früh, wie sich herausstellte, denn ganz oben wurden sie noch richtig langsam. Toms Rückstand hielt sich in Grenzen, so dass wir oben noch Spaß hatten, bevor wir es die weiten Kurven ins Tal bis Savoillan sausen ließen.

Spätestens hier wurde deutlich, dass die Gruppe trotz unterschiedlicher Begabungen gut harmonierte und an den wichtigen Punkten gewartet wurde. Die weitere Fahrt nach Montbrun verlief flach, Zeit, sich auf den Höhepunkt der Runde, die Spektakuläre Schlucht hinauf zum Schloss Aulan und den gleichnamigen Pass zu freuen. Hier unterbreitete uns Frank noch die alternative, supersteile Strecke über Sederon, die von der Mehrheit mit Grausen abgelehnt wurde. („nächstes Jahr!“)   

 Jeder wählte für den steilen Anstieg sein eigenes Tempo, was bedeutete, dass mir Frank an den steilen Passagen entschwebte, aber mich dafür in den flacheren Abschnitten enteilen ließ.  Trotzdem blieb uns immer Zeit, uns über die Klamm, Felsformationen, die hoch über der Straße vor einer Grotte aufgestellte Marienstatue und natürlich das Schloss Aulan auszutauschen. Oben, angesichts des Col d’Aulan (845m), lieferten wir uns noch einen kleinen Sprint, den Frank, der ihn um Reifenbreite rettete, besonders spannend erzählt:“ Plötzlich spürte ich ein Schnaufen wie eine Lokomotive hinter mir und ein Schatten raste heran……“

Die Fahrt hinunter zur Hauptstrasse und weiter nach Buis- les- Baronnies war geprägt von zahlreichen Serpentinen, landschaftlicher Schönheit, ängstlichen Blicken zum drohenden Himmel und der damit verbundenen Überprüfung der Windrichtung. Einige schwarze Wolken zwischen den Bergen haben sich sicher über soviel Aufmerksamkeit gefreut. Armlinge, Windjacke an und aus wurde ausreichend geprobt, denn es war abwechselnd kalt und warm.

In Buis-les-Baronies gaben einige dort gut platzierte „Kühe“ den Ausschlag, mit Ihnen den Almabtrieb bei einer Tasse Grande- Kaffee zu feiern.

Der weitere Abtrieb brachte dann doch noch etwas Regen. Ich wählte im Gegensatz zur Gruppe die giftigen Anstiege der Hauptstraße, in der Hoffnung, so dem Regen etwas auszuweichen. Frank folgte mir, kaufte in Mollin etwas Tabak, ich labte mich am Brunnen und an der Ortsausfahrt trafen wir wieder die Gruppe vertieft ins Kartenstudium. Den üblichen Schlussbergsprint nach Marcellin de Vaison konnte ich, zunächst Björn und Frank folgend, für mich entscheiden. Süße Revanche für den Col d‘ Aulan.

100km, 1055hm nach Navi.

 

Vor dem abschließenden Zeitfahren am Freitag galt es nun schon mal zu packen und vorzusortieren, weil wir am Freitag noch nach Freiburg wollten.  Mich irritierte nur, dass Claus samt Rad verschwunden war. Gegen 18:00 kam er fröhlich zurück von seiner Königsetappe: Über Beduin auf den Gipfel des MontVentoux, zurück über Sault und Col d’Madleine. 2600 hm. Respekt!

  

 14. Tag, Einzelzeitfahren, Abfahrt  

Die Krönung bleibt das abschließende Zeitfahren, wo jeder zeigen kann, was in ihm steckt.

Schon das Versammeln um den Brunnen des malerischen Marktplatzes von Villedieu, das Anfeuern der Fahrer, die sich auf die 9 km lange Strecke mit dem langen, harten Schlussanstieg begeben wird zum Spektakel. Und dann, wenn man aufgerufen wird, ALLES GEBEN!

Neben Eis, Caffee und einer Urkunde gibt es Glückwünsche oder Freude über die Erfolge der Gegner.

Die Ferien werden wieder mit dem Gruppenfoto vor dem alten Burgtor offiziell abgeschlossen.

 

Bei mir lief es natürlich wieder etwas anders. Ich hatte mich wegen der merkwürdige Zeitnahme vom letzten Jahr zu rehabilitieren. Weil mich L. auf meiner Warmfahrrunde in die falsche Richtung schickte, kam ich zu spät an den Start, fuhr aber trotzdem mit und brachte damit die gesamte Zeitrechnung durcheinander.

 

Ich sah mich auf einem Niveau mit Frank, was durch meine eigene Zeitstoppung bestätigt wurde. Nach der offiziellen Wertung lag ich aber Minuten hinter ihm. Grund genug, dieses Jahr das Ergebnis zu korrigieren. Ich stand also pünktlich am Start, es wurde herunter gezählt: 15,   14,  13, ..Bei 8 kam ein LKW die Straße herauf und zwang mich den Startplatz zu räumen. Ich kam trotzdem fast pünktlich auf die Strecke. Auf der langen Abfahrt überholten mich 3 Autos, die dann die nächste Einmündung blockierten. Pech. Dann ging es flach bergauf, meine Strecke. Ich spürte, ich war super drauf. An dieser Stelle hatte ich 2011 die ersten vorausfahrenden überholt. Ich spähte umsonst, die beiden vor mir fahrenden waren an genau der gleichen Stelle wie ich im letzten Jahr falsch abgebogen. Stattdessen schien mir der Vorderreifen etwas weich zu sein. Hatte ich zu wenig Druck auf den Reifen gegeben? Nach 8 Minuten und ¾ der Distanz gab der Vorderreifen endgültig auf. Schnell den Schlauch wechseln. Erst nachdem ich das Rad ausgebaut hatte, fiel mir ein, dass ich meine Tasche mit dem Ersatzschlauch am Start zurückgelassen hatte. Die letzten Starter passierten und der Besenwagen von Papa Feth lud mich ein. Pech, ein Grund mehr, nächstes Jahr wiederzukommen.  

 

 

 

 

 

 

Trainingslager Vaison, Südfrankreich, mein persönliches Tagebuch 2011

Anreise, 15.4.11

Freitag Abend. Alles ist gepackt. Mit Thomas war verabredet, dass er mich zwischen 18:00 und 20:00 abholen sollte. Sicher, eine großzügige Zeitspanne aber angesichts der langen Fahrt und der umfangreichen Vorbereitungen angemessen. 

 20:30. Ich werde unruhig, rufe an, haben die mich vergessen oder war einfach kein Platz mehr für mich im Auto? Linea nimmt ab: Keine Sorge, sie sind jetzt soweit und der Wagen noch halb leer.

21:30: Linea ruft an: Jetzt geht es gleich los, im Auto ist noch reichlich Platz

22: 30: erneuter Anruf: Jetzt ist es so weit wir wollen bald fahren...

23: 15 Nach drei weiteren Telefonaten: Sie sind da, das Gepäckabteil bis zum Wagendach voll, hinten sitzen 3 müde Gestalten aber irgendwie schaffen sie es, meine kleinen Taschen noch in winzige Ecken zu stopfen und mein Rad wird hinten auf dem Träger festgeschnallt.

Ein kleines Wunder, wir fahren!

Thomas hatte nach einem Beifahrer gesucht, damit er die gesamte Strecke nicht allein fahren musste, also habe ich zugesagt. Nun rollen wir zu fünft Richtung Süden, Thomas, Linea, Per Ole, Jasper und ich. Bei Hannover wechsele ich auf den Fahrersitz. Thomas hatte einen anstrengenden Tag und die Packerei war sicher auch nicht leicht. Irgendwo hinter Kassel mussten wir tanken, Beine vertreten und dann fuhr ich weiter. Um 6 dämmerte der Tag, ich fuhr auf einen Parkplatz und verschwand kurz in der Hoffnung, jemand wacht auf um mich abzuwechseln- Fehlanzeige, alles schlief und ich fuhr weiter. Freiburg, es war inzwischen hell und wir brauchten ein Frühstück. Danach durfte ich schlafen, was mir aber irgendwie nicht gelang.

Landschaft genießen! Wir wechselten in Frankreich noch einmal und das letzte Stück der Fahrt über die Dörfer musste  Tom wieder übernehmen weil ich zu gespannt auf die Provence war um mich auf den Verkehr zu konzentrieren.

Ich wurde nicht enttäuscht. Malerische Weindörfer, Burgen, Schlösser zuhauf. Bereits bei der Anfahrt steigerte sich meine Begeisterung für Landschaft, Geschichte und Architektur. Mir wurde klar, dass keine weiten Fahrten nötig seien dürften. Es reicht die nähere Umgebung von Vaison um meinen Entdeckergeist zu befriedigen..

Nach der Ankunft gegen 16°° galt es mein Mobile-Home in Besitz zu nehmen, die nähere Umgebung zu erkunden und auf mein restliches Gepäck im 2. Wagen zu warten.  Dazwischen lud mich Tom nicht nur zum Essen ein, sondern chauffiert mich auch zum Einkaufen in den Ort. Es gab ja keine Vollpension- für das Überleben hatte ich selbst zu sorgen. Mein Mobile-Home war funkelnagelneu, lag in einem neuen, erweiterten Abschnitt der Anlage  und war ordentlich ausgestattet. Es hätte auch für 2-3 Personen gereicht. Von der Terrasse aus bot es einen Blick über die Anlage und auf den Burgfelsen von Vaison. Weiter unten gab es Siedlungen der "Alteingesessenen" Vaison- Fahrer, in denen sich alle seit Jahren kannten. Wir oben bildeten eine luftige Kolonie der V.- Einsteiger. Meine Streichhölzer konnte ich Norbert schenken, unsere neuen Herde zünden automatisch. Aber die Dusche blieb kalt! Anleitung gelesen, Nachbarn gefragt, Gas angestellt, es half alles nichts bis mir dann nach langem Probieren der zündende Funken kam. So ist das bei Gas- Durchlauferhitzern.

Trainingslager

An erster Stelle steht für die meisten Vaisonfahrer sicher das Training und das ist in der Gruppe am schönsten und oft am effektivsten. Für die Kinder und Jugendlichen gab es Trainingspläne, Trainer und jeweils eine passende Trainingsgruppe. Trainingslager eben. „Wir planen das Training für die Jugendlichen, die Erwachsenen organisieren sich selbst“ erklärte Remy. Selbstverständlich, wir sind ja Erwachsen und kriegen das auch selbst hin!

So einfach gestaltete sich das bei den Erwachsenen dann doch nicht. Ortskundige Führernaturen gab es einige, auch genügend Pläne, Strecken unter die Reifen zu nehmen. Das Problem schien eher darin zu liegen, dass alle geborene Trainer und Anführer sind und hochbegabt, ein Training anzuleiten. Und trotzdem gab es nicht das erhoffte „Rundum sorglos Paket“: Beschlossene Vorhaben wurden fallen gelassen, neue diskutiert und was dabei heraus kam war in der Durchführung völlig unberechenbar. Da half es nur, selbst eine Strategie zu basteln und diese mit den auf dem Markt befindlichen Vorstellungen abzugleichen. Dazu gehörte auch die Bereitschaft, notfalls allein zu fahren und das zwang zur Selbstständigkeit. Rückblickend sogar ein Glücksfall. Für die ersten Fahrten würden ortskundige Führer aber angenehm sein.

20:00 abends: Große Besprechung auf dem Platz vor dem Restaurant, die Pläne für den ersten Tag würden verkündet werden.

Ich hatte mir den Trainingsplan der U15 angesehen. Anspruchsvoll, aber kein Problem. Da wollte ich mich unauffällig anschließen. „Matze“, der Trainer, schaute sich unsere zahlreiche Erwachsenencombo, die sich hinter den Jugendlichen versammelt hatte, skeptisch an. Väter und neben sportlichen Figuren auch einige ältere oder beleibte Herren. „Das ist ein Jugendtraining, auf Erwachsene können wir keine Rücksicht nehmen“ tönte er sogleich. Klar, natürlich, er möge sich nicht um uns kümmern, wir würden morgen schon mitkommen.

Nicht weit entfernt hatte sich eine andere Mannschaft gebildet von denen ich Joachim und Norbert kannte. Kaffeé -Creme nannte sich diese Vereinigung verheißungsvoll, zu der sich auch einige Damen gesellten und es war sofort klar, dass es hier genüsslicher zugehen würde. Eine harte Versuchung, das ehrgeizige Training sausen zu lassen. 

Daneben gab es eine größere Anzahl von Eltern und Partnern, die sich kaum auf das Rad setzen würden, eben nur die Provence erleben wollten. Auch ein vorzüglicher Plan! 

Später am Abend kamen auch Frank und Heike mit dem restlichen Gepäck und meiner Verpflegung- gerettet! Schön, dass sie auch meine Nachbarn waren.

Tag 1, 17.April 11

Morgens um 10 war dann die Welt nicht mehr in Ordnung. „Die Gruppe wird zu groß, die Erwachsenen sollen sich was anderes einfallen lassen“ hatte Matze seine Strategie geändert und ließ uns stehen. Später ging mir auf, dass es auch andere Gründe als die reine Größe der Gruppe geben könnte. Aber gut, dass es Kai-Uwe gab, Amstrong- Typ, einen Kopf größer, geborener Anführer, der ortskundig mit großer Autorität und laminierter Karte eine Strecke vorschlug. Ich war noch etwas fertig von der langen, ermüdenden Anreise und vertraute auf Vernunft und angemessenen Trainingsauftakt.

Ein riesiges, buntes Gewimmel sortierte sich mit Rennrädern vor dem Büro in Gruppen und blockierte den gesamten Verkehr. Remy sprach noch einige mahnende Worte, es wurde fotografiert und wir brachen zu ungefähr zehnt auf.  Jedoch, da gab es einige kleine Anstiege zum Beginn. Hier war gleich die Form zu beweisen und die Gruppe zerfiel. Bitte nicht immer solche Kalt-Starts! Meine Frage nach Akklimatisieren, Warmfahren, usw. fand kein Verständnis: „Wir sind doch alle fit, und das Klima ist fast wie bei uns, wir können gleich richtig loslegen“ erklärte mir K-U belehrend und mit richtigem Training kennen sich doch sowieso alle aus. Offenbar kannten sich die anderen schon untereinander. Zum Glück nicht als Letzter erklomm ich die erste Höhe. Nachdem der Puls auf Trab gebracht war, rollten wir zu acht in die weite Ebene der Rhone. Schönes Wetter, malerische Landschaft, entspanntes Tempo. Kurz bevor die kleinen Schlussanstiege erreichten waren, verloren wir Tom endgültig.

Bis auf den stressigen Anfang eine angemessene, weil flache Runde. 66 km, 600 hm. Mit kleinen Bergsprints am Schluss.

Zum Abschied schaute K-U noch mit ernster Armstrong-Miene auf mich herab „Wir fahren morgen unser Tempo“. Was er damit wohl meinte? Ich fühlte mich alt, klein, dick und schlapp.

2. Tag

Morgens waren aber nur Thomas, Udo, Frank und ich am Treffpunkt. K-U hatte wohl eine geschwollene Hand. Thomas als ortskundiger Bergspezialist übernahm diesmal mit GPS die Führung. So gut kannte er sich dann doch nicht aus und wir mussten auf meine Karte zurückgreifen, um den richtigen Weg zu finden. Die hielt ich dann auch gut fest als Faustpfand, dass die drei  Bergziegen  jeweils oben auf mich warten. Zunächst überstiegen  wir den einen kleinen Pass (400m, die anderen warteten oben) und rollten nach St. Leger und Savillan durch ein wunderschönes Tal an der Flanke des Mount Ventoux. Dann bogen wir ab und erklommen den malerischen Ort Aurel. In Sault, beliebter Ausgangspunkt für Mount- Ventoux- Expeditionen, gönnten wir uns eine Kaffeepause. Thomas, ein charismatischer Typ, gab eine Runde aus. Gelegenheit, seinen ultra- leichten  Carbon -Renner zu bewundern. Er wird ihn oben auf dem Ventoux gut festhalten müssen. Wir verabredeten, den Anstieg von hinten bis Chalet Reynard anzutesten. Ein ehrfürchtiger Blick auf die weiße Spitze des Giganten und wir erklommen die moderate Auffahrt bis zur Baumgrenze. Ich wollte nicht überdrehen und ließ die drei vorfahren, aber durch Entwässerungsstopps, Platten und Umkleidepausen schloss ich immer wieder mühelos auf. Zu meiner Erleichterung kam heute keiner auf die Idee, den eigentlichen Härtetest bis ganz zum Gipfel zu probieren.

 Dann  stürzten wir uns die steile Abfahrt nach Bedoin hinab, dass die Bremsen glühten. Thomas Tipp: abwechselnd vorne und hinten bremsen, damit die Felgen zwischendurch etwas abkühlen können. Danke, dieser Ratschlag lockerte mich gründlich. 

Unten  wurde es landschaftlich lieblich, ein kleiner Pass und flottes Ausrollen über Malaucene. Zum Schluss musste noch mal ordentlich Dampf gemacht werden. 116 km und 1700 hm, eine sehr schöne Strecke und zum Schluss noch etwas Tempoverschärfung. 

Abends schloss ich mich Frank und Heike an, um eine erste Erkundung zur mittelalterlichen Altstadt mit der römischen Brücke zu starten. Mit unserem anvisierten Eis in der Sonne klappte es aber nicht, weil es schnell kühl wurde.

3. Tag

Der Trainingsplan sah vor, insgesamt 3 Blöcke von je  4 Trainingstagen mit jeweils zunehmender Belastung zu fahren und jeweils am 5. einen Ruhetag einzuschieben. Das war mir zu anspruchsvoll und ich plante, jeweils am 3. Tag eine kleine private Runde zu drehen und mich dabei der Landschaft und der Kultur zu widmen. Ich packte noch was zum Zeichnen ein und Probierte zunächst die Strecke Richtung Faucon, landete nach kurzer Fahrt über einsame Wege und waldreicher Natur aber in Entrechaux mit der imposanten Burg hoch oben auf dem Felsen. Ich ließ mich nieder und machte eine Skizze. 

In dieser kurzen Zeit flitzen auch einige aus unserer Gruppe und die U15 durch den Ort. Dann setzte ich meine Fahrt nach gründlichem Kartenstudium Richtung Mollans fort. Mollans präsentiert sich ebenfalls als alte, verwinkelt- romantische Siedlung mit imposanter Festung, die es festzuhalten galt. In dieser kurzen Zeit sausten mehrere rennradelnde Kleingruppen von uns, bevorzugt als Kühe verkleidet, durch den Ort. Sie stoppten, studierten die Karte, diskutierten - hatten sich wohl verirrt. Ich ahnte, dass die Gegend mit rasenden deutschen Radlern überschwemmt sein könnte.

Ich zog weiter nach Pierrelongue, wo mich eine Kirche auf der Spitze einer irrsinnigen Felsnadel hoch über der kleinen Ortschaft fast aus dem Gleichgewicht brachte. Ich erkundete den Ort und ließ mich auch hier nieder. Als ich wieder aufbrach, hetzten gerade Thomas und sein Kumpel vorbei. Ich heizte hinterher um sie zu überraschen. Als ich sie freundlich grüßte, wurde als Antwort das Tempo noch mal deutlich verschärft. Ausgeruht wie ich war, konnte ich sogar an Steigungen mithalten. Sie mussten dann offenbar halten und fragten mich nach dem Weg- ausgerechnet mich. Ich hatte mir noch Faucon vorgenommen um von dort die herrliche Abfahrt zum Carpe Dias zu suchen. Faucon (Falke) begeisterte mich heute am meisten. Es bietet aus östlicher Richtung ein fesselndes Panorama. Noch waren für mich der Anblick verschachtelter, festungsartigen Dörfer aus grau- gelblichem Naturstein, kleinen Fenstern und rosa Dachziegeln etwas besonderes. Erstaunlich, dass hier jedes Dorf eine riesige Burg hat. Ein Bekannter erzählte mir später, dass er in Faucon als Kind mit seinen Eltern mal wunderbare Ferien verbracht hatte. Immerhin habe ich heute noch 50 km und 550 hm geschafft.  

Mittwoch, 20.4.11, 4. Trainingstag

Heute freute ich mich auf eine richtig anspruchsvolle Trainingsfahrt, aber als ich in dem großen Pulk um 10°° meine Gruppe suchte, erfuhr ich, dass diese bereits 15 min früher gestartet waren. Wirklich eine blendende Idee! Ich beschloss, die schöne Tour vom Montag allein zu wiederholen und dabei der Landschaft noch mehr Beachtung zu schenken, als es in der Gruppe möglich ist. Allein unterwegs wuchs meine Begeisterung für die Provence weiter. Es war wie ein Rausch. In Sault verzichtete ich auf den Kaffe Grande und nahm gleich den Gipfelsturm in Angriff. Am Chalet Reynard füllte ich Wasser auf und kämpfte mich zum Gipfel hoch. 5 km mit 10% Steigung im Schnitt und Schritt. Unter dem Gipfel wurde es dann richtig steil. Je nach Lage zum Hang wechselte eiskalter Wind mit brütender Hitze im Windschatten. Das ging heute an meine Grenze, aber ich habe es geschafft- als Erster. Ein Holländer half mir beim Beweisfoto. Ich musste ihn in die Knie zwingen, damit auch die Turmspitze mit ins Bild kam. Zum Rückzug überwand ich die Sperrschranke um gleich an der Nordseite direkt nach Malaucene abzufahren, aber ein Polizist lief mir hinterher und rief, dass das unmöglich sei. Einige Streckenabschnitte seien noch unter meterhohem Schnee begraben und nicht passierbar. Französisch klingt nicht immer sanft und melodisch. So musste ich meine Rundfahrt wie am Montag über Bedoin beenden. 117 km und 2350 Höhenmeter. Den Schnitt verheimliche ich besser. 

Ein anderer Bekannter verriet mir, dass er vor längerer Zeit mit dem Auto zum Gipfel gefahren sei, der gleichzeitig das Ziel einer Oldtimer- Rallye war. Sie wurden oben völlig überraschend als Sieger gefeiert.

Donnerstag, 21.4.11, Ruhetag.

Ich hatte mich mit Frank verabredet nach Avignon zu fahren und den Papstpalast zu erkunden. 

Die Eintrittspreise für Sehenswürdigkeiten liegen an der Schmerzgrenze und ich musste Frank überreden, trotz des stolzen Preises mit den Palast zu besichtigen. Diese Trutzburg ist, um es kurz zu machen, der Hammer. Es hat sich gelohnt, obwohl ich ihn vor über 30 Jahren schon einmal durchstreift hatte. Aber auch die Stadt selbst ist sehr beindruckend und mit ihren Mauern, Palästen, Museen und dem berühmten Brückenrest einen Besuch wert. Es hätte sich auch ein mehrtägiger Besuch gelohnt, zumindest bei meiner Interessenslage. 

Auf der Rückfahrt mussten wir noch einem riesigen Sportgeschäft mit großer Fahrradabteilung unseren Besuch abstatten.  Nach abenteuerlicher Irrfahrt fanden wir es dann auch. Mein Urteil: weniger empfehlenswert.

6. Tag, Freitag, 22.4.11

Heute hatte sich eine größere Gruppe von 12 Fahrern um K-U gesammelt. Er war vom Arzt gesundgeschrieben und hatte eine Strecke vorbereitet, die zunächst Richtung Sault führte. Diese ersten Kilometer waren mir inzwischen geläufig. Wir rollten durch das lauschige Waldgebiet direkt hinter der Campinganlage, passierten eine alte Steinbrücke über die Ouvese Richtung Mollans. Hier wollten wir rechts auf die D5 einbiegen um nach ca. 1 km links dem bekannten Pass zuzustreben. Die Ersten fuhren aber geradeaus: Geschrei, Chaos, einige bogen rechts ab andere kurvten unentschlossen hin und her. Ich beschloss, schon mal den Pass ohne Hast anzugehen. Kai Uwe und seine Frau Nicola waren bei mir. Der Rest würde sicher folgen. Ich fuhr etwas voraus, hielt weiter oben in St. Leger um Fotos von der folgenden Gruppe zu schießen. Nach einer Weile kraxelten nur K-U und Nicola vorbei und dann kam lange Zeit niemand mehr. Ich beeilte mich K-U zu folgen. Sie warteten bei Savoillian an der Abzweigung zum Col des Aires. Die U19 –Trainingsgruppe holte uns ein. Sie hatten den Rest von uns gesehen, waren aus deren Verhalten aber nicht schlau geworden. So setzten wir unsere Fahrt alleine fort. Es wurde eine wunderschöne Tour über zwei Pässe und mit einer flotten Abfahrt nach Eygaliers. Wieder an der D5 bogen wir rechts nach Buis-les-Barronnies ab, von wo aus K-U eine profilierte Nebenstrecke über Propiac, Merindol nach Faucon mit zwei giftigen Pässen kannte. Es war stressfrei- anstrengend und beglückend schön. Mir imponierte, wie blendend sich Nicola hielt. Die beiden waren wirklich nett und wir verstanden uns gut.

Auf 73 km kamen heute 1000 hm. Wie jeden Tag bisher war auch heute das Wetter wieder optimal, sonnig aber nicht zu heiß. 

 

 

Samstag, 23. April 11, 7. Tag

Halbzeit! Heute hatte sich wieder eine größere Gruppe versammelt. Das Wetter schien etwas unsicherer geworden zu sein. Heute ging es gleich Richtung Buis-les Baronnies. Dann wurden die Berge dramatischer. Die Straße führte durch eine art Klamm zwischen steilen Felsen hindurch, die zahlreichen Ausflüglern, es war ja schließlich Karsamstag, zum Klettertraining dienten. Die U19 hatte uns anscheinend mühelos überholt und animierte unser verschlafenes Tempo anzuziehen. Jetzt schwenkten wir links in ein kleines Tal und gleich ging es steil hoch zum Col d’ Ey, (718m) wo die U19 bereits wartete. Als ich fast als letzter oben ankam, genossen die anderen schon die herrliche Aussicht. Die Gruppe wollte wieder auf kurzem Wege zurück, zumal das Wetter sich zuzog. Ich verabredete mich leichtsinnigerweise mit Karsten, trotz der drohenden Wolken noch einen weiteren Pass auszuprobieren.

Wir wählten die Strecke über das Bergdorf La Poet Segillat und den Col de Soubeyrand, knapp 1000m hoch. Eine blendende Empfehlung bei gutem Wetter!

Es fing heftig an zu schütten und die steile Abfahrt runter in das Tal der Eugues war kein Vergnügen. Aber die breite, gut ausgebaute D94 entlang der Eygues, die dieses Jahr auch die Tour de France wählte um mit Gap die Alpen zu erreichen, beeindruckte durch bizarre, tief eingeschnittene Felsen. Eigentlich wollten wir Nyons auf einer Nebenstrecke umgehen aber bei dem Gruselwetter bevorzugten wir die gut rollende Fahrbahn. Kurz vor Vaison wurde das Wetter wieder sonnig. Weiße Dampfschwaden stiegen zwischen den Bergen auf. Wir kamen gut voran. Auf den letzten Kilometern zeigte mir Karsten die Nebenstrecke zum „Carpe Diem“, unserer Ferienanlage. Heute schafften wir 100km und 1500 hm. 

Frank war mitten im Regen mit der Hauptgruppe heimgekehrt und trauerte um sein völlig von dickem, gelben Lehm verklebtes Rad. Er hatte versucht, die letzten aufgeweichten Meter zu seinem Mobil-Home nicht zu schieben.  

Eigentlich war heute das "Bergfest" geplant, eine gemütliche Runde um der Halbzeit zu gedenken. Was? Schon die Hälfte der Zeit durchgerauscht?

Aber die Wetteraussichten hatten zu einer Verschiebung auf morgen gezwungen. Dafür gab es abends ein eindrucksvolles Gewitter in den Bergen. Es donnerte unablässig und die Blitze schafften es fast zum Wetterleuchten. Dazu rauschten noch einige Schauer herab. Von der Terrasse meines Häuschens aus hob sich die Burg vor dem schwefelgelben Abendhorizont ab. Morgen sollte das Wetter wieder richtig schön österlich werden. 

 

Ostern, 24.April 11, 8. Tag

Mit Claudia und 2 weiteren Radfahrerfrauen, alles Lehrerinnen, hatte ich mich zu einem Besuch in einem Kloster mit singenden Mönchen verabredet. Wir wussten nicht genau wo das Kloster lag, aber wir fanden den Weg ohne große Umwege. Es gab ein Nonnen- und ein Mönchskloster nicht weit voneinander entfernt. Sie lagen abgeschieden, idyllisch in der lichten Landschaft bei Beaumes de-Venise. Eine gepflegte Anlage in nachempfundener provenzalischer Romanik aus den 50er oder 60er Jahren? Im dämmrigen, Weihrauch geschwängerten Kirchenschiff hatten sich die Mönche versammelt und sangen routiniert und intonationssicher meditative, mehrstimmige mittelalterliche Choräle. Sicher, Gregorianische Gesänge mit sakralem Hall sind gerade Mode aber mancher mag es eher mit Schlagzeug oder mit dem Saxophon von Garbareck untermalt, wie auf der Aufnahme „Officium“. 

Claudia reagierte allergisch auf diese "frömmelnde" Stimmung und floh ans Tageslicht. Klöster und singende Mönche scheint es hier häufiger zu geben als bei uns im protestantischen Norden.

Auf dem zum Kloster gehörenden Parkplatz hatte sich eine Familie unter den Bäumen an einem großen Tisch zum festlichen Ostermahl niedergelassen. Das scheint in Frankreich Tradition zu sein.

Am Nachmittag setzte ich mich wieder zu einer kleinen Expedition nach Seguret, nicht weit hinter Vaison gelegen, aufs Rad. Natürlich mit Zeichenutensilien. Seguret entpuppte sich als malerisch gelegenes, an der Flanke eines Felsens der Dentelles geklebtes Nest. Er war zu Ostern überfüllt mit Touristen. Seguret sollte ich mir noch mal in der Woche vornehmen. Ich folgte der Nebenstraße weiter nach Sablet und Gigondas, wo ich eine echte romanische Kapelle suchte aber leider nicht fand. Weiter nach d’Vaquveyras. Es wurde spät, ich kehrte um. Am Ortseingang von Vaison fand ich eine gut aufgestellte Bank, die mich zu einer weiteren Skizze einlud.

Heute war Bergfest. Es war wegen der Regengüsse vom Vortag verschoben worden. In einem marktähnlichem Bereich der Anlage waren Tische und Stühle aufgestellt. Es wurde gegrillt und von den mitgebrachten Delikatessen genascht. Wir blieben bis es dunkelte.  

Heute waren es nur 40km und 400hm. Wenn ich das so überschlage, kommen hier  meist 10 hm auf jeden km.

Ostermontag, Königsetappe?

So schien es wenigstens. Es wurde zum Großangriff auf den Mount Ventoux geblasen. Ob mit dem Rad zum Chalet Reynard und dann mit zur Hilfe geeiltem Auto zum Gipfel oder mit dem Wagen zum Chalet und den Rest pedallierend. Und wenn ganz aus eigener Kraft, über welche Anfahrt? Von Sault aus etwas seichter oder stramm von Bedoin hoch? Andere fuhren mit dem Auto nach Sault und einen Rest mit dem Rad. Es kursierten mindestens 7 verschiedene  Konzepte und verschiedene Anforderungsprofile. Je nach Lust und Vermögen. Irgendwie haben es wohl alle nach oben geschafft. 

Ich verabredete mich mit Frank die gesamte Strecke wieder über Sault zum Gipfel zu fahren. Wir waren damit offenbar allein. Mir fiel der Gipfelsturm diesmal etwas leichter als beim ersten Angriff. Das Wetter war auch weniger extrem. Auf dem Weg zum Gipfel kamen uns schon Gruppen bekannter, glückliche Gesichter entgegen. Am schönsten ist es, wenn die Schmerzen nachlassen. Neu war unsere Abfahrt vom Gipfel über die Nordflanke nach Malaucene hinab. Im oberen Teil hatte der Schnee die Straße an einigen Stellen erst halb freigegeben und das Schmelzwasser gebot Vorsicht. Weiter unten gab es geschlossene Schranken und flachere Abschnitte. Fast unten angelangt, trafen wir an dem kleinen See mit Quellen und Restaurant auf Tom mit Jan Jakob und Per Ole. So hatten wir wenigstens noch unseren Spaß und lieferten uns ein völlig bescheuertes Zeitfahren mit den U17ern von Malaucene bis Vaison.

Ich habe mir 100km mit 2100 hm notiert. Eine gelungene Unternehmung.

Ruhetag, 26.April 10. Tag

Mit Hartmut und Tobi auf Geschichtskurs nach Les Baux.

Les Baux, dass mich vor ca. 35 Jahren schon faszinierte, hätte ich auch allein besichtigt, aber wenn Hartmut und Tobi mitkommen, sollte es lustiger werden. Les Baux ist eine gewaltige Burgruine auf einem markanten Felsen in den Alpilles südlich von Avignon.

Die gigantische Anlage wurde zu großen Teilen direkt aus dem Felsen gehauen. Festsäle, Stallungen, Kerker. Der Felsen ist regelrecht ausgehöhlt und mit dem herausgehauenen Gestein wurde fleißig weitergebaut. Die Herren von Les Baux geboten im 11. Jh. Über 80 Festungen der Umgebung und pflegten so etwas wie ein Kulturzentrum mit Dichtung, Kunst und Minnesang, lange bevor sich das auf der Wartburg zum Trend entwickelte. Wiederentdeckt wurde es in den 50ern durch einen Sterne-Koch, der in dem damals verlassenen Dorf ein Restaurant eröffnete. Heute ist das ganze zu einem Mittelalter- Disneyland ausgebaut mit Kampfvorführungen und einigen großen Katapulten und Steinschleudern, die dort vorgeführt werden. Trotzdem bleibt die Anlage sehr sehenswert und auch das dazugehörige verwinkelte Dorf bietet Sehenswürdigkeiten wie die romanische Kirche, deren Gewölbe ebenfalls aus dem Fels gemeißelt wurden. Der größte Unterschied zu meinem früheren Aufenthalt war, dass statt des schmalen Pfades, der scharf am Abgrund entlang führte, heute ein solides Eisengeländer montiert ist. Der grandiose Ausblick bis zum Mittelmeer ist geblieben. 

Der Eintrittspreis war wieder souverän an der Schmerzgrenze angesiedelt und es kostete mich einige Überredungskunst, die beiden zu überzeugen. Ich glaube, es hat sich gelohnt und während sie die unterhaltsamen Vorführungen verfolgten (für Hartmut als Geschichtslehrer sicher interessant) suchte ich mir ein windiges Plätzchen zum.... zeichnen. Eigentlich wollten wir anschleißend noch die Bauxitmienen besichtigen, die sehr eindrucksvoll sind und heute künstlerische Installationen beherbergen. Stattdessen irrten wir einige holprige Privatwege entlang und Tobi befürchtete, dass ein Landvogt mit einer Flinte hinter uns her sein könnte. Auf dem Rückweg hätten wir noch die bekannte griechisch / römische Ausgrabungsstätte Glanum ansehen können (sollen), die schon von der Straße aus mit  Ehrenbogen und einem gut erhaltenem Juliermonument aus der Zeitenwende beeindruckte. Aber Tobi sorgte sich, dass es wieder Eintritt an der Schmerzgrenze bedeuten könnte.

Dafür investierten wir sinnvoller in einen Kaffe auf dem Marktplatz von St-Remy, wo sich auch van Gough aufgehalten haben soll.

Die Rückfahrt war geprägt durch den Mount Ventoux. Während es von Norden nur wenige freie Blicke auf den Berg gibt, präsentiert er sich von Süden die Ebene beherrschend in seiner ganzen Würde. 

Kulturell gestärkt, freute ich mich schon auf die Trainingseinheit am nächsten Tag. 

27. April, Tag 11

Heute war wieder "rund um den Ventoux" angesagt, aber diesmal gegen den Urzeigersinn und ich freute mich besonders auf die Durchfahrt des „Gorges“ entlang der Nesque. Ein tief eingeschnittener Canyon, eine besondere Naturschönheit mit vielen Aussichtspunkten, in meiner Karte mit zwei Sternen ausgezeichnet! Wir waren heute sogar eine größere Gruppe, bestimmt 20 Fahrer. Um den Einstieg zum Gorges zu erreichen, gab es viele Möglichkeiten und genauso viele Meinungen, wie dieser anzusteuern sei.

 

 

Die eine Straße ist zu steil, die andere zu schlecht, die nächste zu stark befahren und wo wir uns jeweils befanden war auch nicht immer klar. Also warteten wir in Ortschaften beim Kartenstudium, dann hetzten wir kleine Steigungen hinauf mit dem Ergebnis, dass immer wieder gewartet werden musste und die Gruppe sich auseinander zog und zerfiel. 

„Gorges“ war wirklich aufregend und ich hatte das Glück, dass sich eine langsamere Gruppe hinter mir befand und die Eiligeren vorne verschwunden waren. So hatte ich die Muße anzuhalten, zu schauen und genießen und auch zu fotografieren. Ein tolles Erlebnis. Die Straße schlängelte sich über viele Kilometer am Rande des zerklüfteten Abgrundes entlang zu einem ausgebauten Aussichtspunkt hinauf, wo alle warteten. Danach gab es eine erfrischende Abfahrt ins Tal bevor es einen kleinen Anstieg nach Sault zu erklimmen galt. Hans hatte einen „Einbruch“ und ich begleitete ihn nach Sault, wo die Gruppe sich vor einem Kaffee niedergelassen hatte. Hier teilte wir uns und ich schloss mich den sportlicheren an.

 

 

Auf der Abfahrt von Aurel ins Tal ließ ich etwas rollen, um unten im Tal Fotos von der vorbeirollenden Gruppe zu knipsen. Die ersten wollten bei mir halten aber K-U kommandierte „weiter!“ und sie machten dann, wie mir Tobi später erzählte, richtig Dampf, um mich wohl etwas zu necken. Als ich dann noch ein altes Gehöfft fotografierte, waren sie ganz verschwunden. Ich setzte nach, konnte sie aber erst nach langen Gegenwindpassagen und 2 Pässen in der Abfahrt nach  bei Evgalliers überholen. An der Kreuzung zur D5 bog die Gruppe nach links ab, der kürzeste Rückweg. Ich gönnte mir mit dem von K-U gelernten Umweg über Buis- les-Barronies und Faucon noch weitere Trainingskilometer mit den 2 Pässen, auch um die Gegend noch etwas zu erkunden. Insgesamt eine richtig schöne, erlebnisreiche Runde mit 127km und 1700hm.

 

Donnerstag, 28. April 11

Als Trainingslager wäre heute eine Trainingsfahrt unbedingt erforderlich gewesen, aber das Wetter schien nicht optimal und außerdem warteten noch die römischen Ausgrabungsstätten, die 2 alten Kirchen und eine Runde durch die mittelalterliche Oberstadt von Vaison auf mich. Diese Sehenswürdigkeiten waren fest eingeplant und heute die letzte Gelegenheit. Ich habe es nicht bereut. Die Ausgrabungen und das Museum sind einen Ausflug wert. Andere Teilnehmer reisen schon seit Jahren ins Trainingslager, haben aber noch nie das Römische Theater gesehen. 

Den Nachmittag nutzte ich noch für einen weiteren Ausflug zu dem abenteuerlich verwinkelten Dorf Crestet oben auf einem Bergrücken, dessen alte Burg aus dem 8.Jh. zum "Carpe Diem"  heruntergrüßt. 

Abends zogen Heike, Frank, Hartmut, Tobi und ich los, um noch einmal ein richtig schönes französisches Essen mit mehreren Gängen zu zelebrieren.

Heike hatte sich ein Restaurant bei Crestet empfehlen lassen, das wir mit einem Spaziergang erreichen wollten. Weil es geschlossen war, artete die Feinschmecker- Unternehmung in einen Gewaltmarsch zurück in die Altstatt aus. Es war zum Schluss ziemlich spät geworden und wir waren die letzten Gäste. Draußen ging ein Wolkenbruch nieder. Hartmut und Tobi ließen sich vom freundlichen Wirt zurückchauffieren während Heike, Frank und ich den Gang durch den Regen bevorzugten, der sich dann aber als eher anregend herausstellte.

Freitag, 29.4.11

Heute stand das traditionelle Schlusszeitfahren an. Ich hatte die Liste mit den Unternehmungen, die ich mir unbedingt vorgenommen hatte, vollständig abgehakt und freute mich auf dieses Abschlussfest.

Wir rollten als großer Pulk gemütlich nach Villedieu wo wir schnell sämtliche Tische des Kaffees am großen, schönen Marktplatz in der milden Sonne eroberten. Die Fahrer starteten im Minutentakt, fuhren eine Runde von ca.15min und landeten wieder auf dem Marktplatz wo die Zeit gestoppt wurde. Zum Schluss bekamen noch alle Teilnehmer ein Eis spendiert. Ehrungen, Ansprachen, Gruppenfoto. Ein gelungener Ausklang wunderbarer Ferien.

Was blieb für den Nachmittag? Zurück im heimatlichen Buchholz würde mich Erhard nerven, dass ich ja nur die schlappe Auffahrt über Sault zum Gipfel des Ventoux geschafft hätte und nicht eine der beiden richtig steilen Rampen. Um den Berg brauten sich inzwischen dicke Wolken zusammen aber ohne die „richtige“ Auffahrt bliebe möglicherweise ein unbefriedigtes Gefühl und Ehards Spott zurück. Also rüstete ich mich mit der Regenjacke und zog los, das Monster ein drittes mal zu bezwingen.  Wolkenbruch, Eiseskälte, zittrige Abfahrt, alles nur wegen Erhardt! ("Da kommst du nie rauf!") Aber es war vielleicht für lange Zeit die letzte Gelegenheit, diese Auffahrt zu nehmen, weil sie zu Ostern meist noch unbefahrbar ist. 

 

Samstag, Abfahrt um 10 Uhr.

Gegen 10°° wollten wir los, das bedeutete, dass meine Behausung bis 12°° abgenommen sein sollte. Der späteste mögliche Termin war aber schon um 8°°. Die erfahrenen Hausherren hatten sich schon früher angemeldet und ihre Wunschtermine reserviert. Also früh aufstehen!

Der Platzwart versetzte mich aber schon um 7°° beim Frühstück  in Panik. 8°°Abnahme bedeutet für mich schon Stress genug. Ich räumte meinen Kram hastig auf die Terrasse, wienerte und Putzte wie selten zuvor und der Herr lobte den pfleglichen Zustand meiner Behausung. 

Die schwerste Prüfung -geschafft!

Wir fuhren 10:15. Die Rückfahrt war ruhig und entspannt. Gegen 2°°Uhr nachts setzte mich Thomas zu hause ab.

Übrig geblieben ist eine Liste von lohnenden Zielen für das nächste Jahr, die sich zum Teil sogar mit dem Rad erreichen lassen. Dazu gehören die Pont du Gard***, Orange**, das Tal der Ardeche***, die unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten des Vaucluse  und vielen anderen. Lagerkoller hat hier keine Chance. 

Vaison, ich komme wieder! Möglichst bald. 

Und ein großes Dankeschön an alle Organisatoren dieses Genialsten aller möglichen Trainingslager!

Die Zeichnungen und Aquarelle sind im Postkartenformat, ca. 15 x 10cm, direkt vor Ort entstanden und meist gleich verschickt worden.